Digital Arts and Sound Weekend im STATTBAD Wedding
Das STATTBAD Wedding freut sich mit The Sound of No-One seinen Beitrag zum Digital Art & Sound Weekend (DAS Weekend) präsentieren zu dürfen. DAS Weekend - organisiert von der transmediale, ctm/clubtransmediale und Create Berlin - hat es sich zum Ziel gesetzt, digitale Kunst und Klangkunst zu fördern und Initiativen, Künstler und Kunsträume in Berlin in den Mittelpunkt zu rücken. The Sound of No-One präsentiert Werke von Marianthi Papalexandri-Alexandri, Douglas Henderson und Guido Canziani Jona.
Die Ausstellung konzentriert sich auf das Medium Klang als Brücke zum Verschlossenen und Unzugänglichen. Diesem Ansatz bieten die ehemals geschlossenen und nun völlig neu erfahrbaren Räumlichkeiten des ehemaligen Stadtbades einen passenden Rahmen. The Sound of No-One schafft damit eine Möglichkeit, über Fragen einer radikal modernisierten Gesellschaft zu reflektieren.
Während einige Ausstellungsstücke auch einen physischen Körper haben, eröffnet sich ein Bedeutungszugang hauptsächlich auf der Ebene des Klangs. Jener Klang ist jedoch nicht zurückzuführen auf einen menschlichen Akteur, der ihn erzeugt oder aufführt. Es ist diese (Leer-)Stelle im lebendigen Kunstwerk, die fast automatisch Fragen über unsere eigene Position inmitten neu verhandelter menschlicher Beziehungen provoziert. The Sound of No-One lädt den Besucher in die Welt eines Klangs ein, der sich stets bewegt zwischen dem Schönen und Unheimlichen und der uns aufruft, das Bild des Menschen im digitalen Zeitalter neu zu erkunden.
Marianthi Papalexandri-Alexandris Connector bezeichnet eine akustische Interaktion zwischen Instrumenten/Klangobjekten, die durch Nylonfäden mit mechanischen Apparaturen verbunden sind. Während diese zuvor in einer Live Performance präsentiert wurden, sind die gleichen Instrumente/Klangobjekte nun in der Lage, eigenständig Klänge zu produzieren – unabhängig von der Anwesenheit der Künstlerin. In diesem Werk sind zwei Instrumente durch einen Nylonfaden an ihren Saiten miteinander verbunden. Ein rotierendes mechanisches Gerät aktiviert den Nylonfaden und überträgt den Klang zwischen den beiden verbundenen Instrumenten. Indem die Musikinstrumente in einem „nicht musikalischen“ Kontext verwendet werden, reflektiert das Werk Connector eines von Papalexandri-Alexandris Hauptanliegen als Komponistin: das Infragestellen der Funktion traditioneller Musikinstrumente. Marianthi Papalexandri-Alexandri arbeitet mit internationalen Künstlern wie Pe Lang und Luisa Greenfield, komponiert für das ensemble Mosaik, das Electronic Music Studio (EMS) Stockholm und das Orchestra Volharding (Amsterdam). Sie ist involviert in verschiedenste Festivals, u.a. dem Process Festival (Berlin), Wien Modern Festival, Carlsbad Music Festival (Los Angeles) und dem Etcetera Festival (San Diego).
Music from Empty Holes ist Douglas Hendersons opernartigste Studie im Feld der akustischen und phänomenologischen Resonanz. Die Installation, die passenderweise im stillgelegten Kleinen Pool des STATTBAD präsentiert wird, findet den Ursprung ihres Titels in einem 2500 Jahre alten philosophischen Text von Chuang Tzu, der von der Notwendigkeit seelischer Gegensätze als Fundament des Lebens handelt. Ein leerer Milchkrug im Regenschauer, unbewegte Rohre auf einem windigen Hügel und das Innenleben eines Holzofens: Das sind die Gegenstände einer überwältigenden elektroakustischen Symphonie, die das Innen nach Außen kehrt um verschlossene Orte und ihre ungehörten Lieder zu enthüllen. Als Gast des DAAD Berliner Künstlerprogrammes 2007 zeigt Henderson seine Werke gegenwärtig in Museen und Galerien wie der Pierogi Gallery (New York City), der Galerie Mario Mazzoli (Berlin), im Museo San Francesco (San Marino), sowie bedeutenden Kunstmessen wie der Art Cologne, dem ArtForum Berlin, der Armory Show und der Art Basel Miami.
Guido Canziani Jonas Schaffen ist stets von dem Versuch geprägt, die Struktur der Seele einzufangen. Jedes Werk, sei es ausschließlich Malerei oder Malerei in Kombination mit akustischen Elementen, muss der physische Ort sein, an dem die Gegensätzlichkeiten im selben, identischen Punkt koexistieren, wie es in der dynamischen Musik Harmonie und Rhythmus tun. Canziani geht vom Körper der Arbeit aus, den er im weitesten Sinne als Struktur versteht, die sich in ihrer Ganzheit zeigen muss, die präsent und zeitlos sein muss. Das gleiche gilt für die akustischen Elemente deren „Körper“ durch digitale Tonträger eingefangen wird. Wie Knochen und Blut für eine lebende Kreatur, besitzen beide Teile eine klare organische Qualität. Klang und Bildtafeln entstehen gemeinsam und wachsen parallel zueinander, ohne dass das eine ohne das andere existieren könnte. Es ist gerade die Assonanz dieser zwei physischen Erfahrungen, die die nötige Vibration erzeugt, damit alle Sinne eine gemeinsame Spannung erreichen können. Guido Canziani Jonas Werke werden international - u.a. in Mailand, Barcelona und Salzburg - gezeigt. Zuletzt war er auf der 2010 Landart Biennale in der Mongolian National Modern Art Gallery vertreten.
Guido Canziani Jona wird bei der Vernissage am 28. Januar anwesend sein. Douglas Henderson und Guido Canziani Jona werden in Berlin von der Galerie Mario Mazzoli vertreten.
THE SOUND OF NO-ONE
Digital Art & Sound Weekend im STATTBAD Wedding
28. Januar – 26. Februar
Vernissage: 28. Januar | 19h
ÖFFNUNGSZEITEN
29. Januar - 30. Januar | 14h - 19h
1. Februar – 26. Februar | Mi - Sa | 14h - 19h
Eintritt frei
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